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HAPPY FIRST BIRTHDAY!!!

Ein Jahr Motorradführerschein.

Meine ersten 20 000 Kilometer


Mit dem Führerschein veränderte sich mein Leben.

 

Er öffnete die Tür zu einer anderen Welt.

 

Ich entdeckte Freiheit in einer ganz neuen Dimension.

 

Ich entdeckte mich und meine Lebensphilosophie neu.

 

Die Richtung meines Lebens bekam ein klares Ziel.

 

Etwas, was ich bis dahin immer gesucht hatte.

 

 

 

Jeder dieser 20 000 km bedeutet für mich Erfahrung.

 

Auf der Straße, mit dem Motorrad, im Reisen und mit mir.

 

 

 

So vieles ist mir auf meinen Fahrten klar geworden, wenn die Welt an mir vorbei zog und ich in diesen Momenten alles hatte, was ich brauchte, unterwegs auf zwei Rädern.

 

Ob auf 22 km zum Fitnessstudio oder auf 500 km zum Bodensee. Der Effekt ist ähnlich...doch je länger die Zeit auf dem Motorrad, desto einschneidender und prägnanter die Erfahrung.

 

 

 

 

 

Als rastloser Mensch, der ich viel war und es immer wieder bin, gibt es ein unglaublich beruhigendes Gefühl, etwas gefunden zu haben, was einem die Flexibilität, Freiheit und Abwechslung gibt, die man braucht. Und gleichzeitig die Ruhe, einfach den Moment zu genießen und dankbar zu sein für den Augenblick.

 

Motorradreisen bedeutet für mich Abenteuer, Begegnung mit sich und anderen, Landschaft und Natur. Und ich möchte und kann nicht mehr ohne diesen Teil meines Lebens sein.

 

Denn nachdem ich dies alles für mich entdeckt habe, bin ich nicht mehr die selbe, mein Leben ist jetzt so viel reicher und klarer.

 

 

Bevor ich den Motorradführerschein machte, hatte ich rein gar nichts mit Motorrädern zu tun. War nie einen Roller gefahren oder ähnliches. Auto fuhr ich seit dem 18.ten Lebensjahr immer gerne. Liebte es, mobil und unabhängig unterwegs zu sein.

 

Der Motorradführerschein machte das Reisen attraktiv, denn ich könnte mir keine schönere Art des Reisens vorstellen, als auf dem Motorrad. Besser kann der Weg zum Ziel nicht sein und laut einem Sprichwort, ist er das selbige ja auch bereits.

 

 

 

Seit ich den Motorradführerschein habe, fällt es mir schwer, mehr als eine Woche nicht zu fahren. Es ist für mich wie eine gesunde Droge. Ohne sie , geht es mir schlecht. Mit ihr, bin ich im Rausch der Zufriedenheit.

 

 

 

Dass ich auf das Motorrad fahren kam, war purer Zufall, nämlich als ich bei einem Bekannten als Sozia mitfuhr. Es war zuvor kein enormer Wunsch und auch nicht groß geplant.

 

Aber diese erste Fahrt löste bei mir sofort pure Begeisterung aus. Auch, wenn es mich ängstigte, einem Menschen mein Leben anvertrauen zu müssen, denn das tut man in meinen Augen nun mal als Sozia.

 

 

 

Der frische Wind um die Nase tat mir gut und weckte in mir Träume und Ideen, die wohl bis dahin immer in mir aber nie so unüberhörbar laut und klar waren, wie zu diesem Zeitpunkt.

 

 

 

Klar, anfangs dominierte oft die Angst und Unsicherheit, besonders nachdem mir die Maschine das erste Mal umgefallen war – Adrenalin pur, ein Schock der sich anfühlte, als hätte ich einen Unfall gehabt. Dabei war mir nur das Motorrad beim Warten vor einer roten Ampel umgekippt, weil ich den Lenker beim Anhalten etwas eingeschlagen hatte.

 

 

 

 

''Du musst viel Fahren und Kilometer machen! '', waren die Worte eines Reisenden.

 

Also riss ich mich zusammen und überwand die Angst, immer und immer wieder.

 

Wenn ich eines daraus gelernt habe, dann, dass der Weg vor dem wir Angst haben, der erfüllendere ist.

 

 

 

Jeder Tag ist anders, was das Fahrgefühl betrifft, auch nach diesem einen Jahr noch. Heute kann es sich leicht und flüssig anfühlen und morgen dann wieder wackelig und unsicher.

 

Doch insgesamt bin ich routinierter, mutiger und ruhiger beim Fahren geworden.

 

Klar, schlägt das Herz noch hoch wenn mir Queeni umkippt. Doch ich beruhige mich schneller wieder und habe keine Angst mehr. Denn ich weiß: Sowas passiert, JEDEM, auch erfahrenen Fahrern.

 

Aufstehen, Krone richten, weiter fahren lautet die Devise (wenn an Bike und Fahrer noch alles dran ist).

 

 

Ich bin froh, dass ich keine neuwertige Maschine habe, denn so musste ich mich über keinen Kratzer ärgern.

 

 

 

Ich machte viele kleine Touren und eine große.

 

Bin mit Gruppen gefahren und alleine.

 

Bei Wind und Wetter, Tag und Nacht.

 

Auf Asphalt und erste kleine Offroad-Passagen.

 

Besuchte ein Sicherheitsfahrtraining.

 

Schaute einigen Schraubern bei Ihrer Arbeit am Motorrad über die Schulter.

 

 

Natürlich gab es auch Tage, an denen ich genervt von meinem Motorrad gestiegen bin und froh war, es abstellen zu können. Zum Beispiel wenn ich komplett durchnässt von einer Tour am Ziel ankam. Aber die Hauptsache ist ja, anschließend immer wieder mit Freude aufzusteigen.

 

 

 

Motorradfahren bedeutet für mich Glück.

 

Motorradreisen, eine Erweiterung des Glücks.

 

 

 

Frei zu sein für Neues erweitert den Horizont und das Spektrum an Möglichkeiten des Seins.

 

Und ich glaube, je mehr wir von der Welt sehen, je mehr wir erleben , desto erfüllter können wir sein, denn es gibt uns eine größere Palette an Erfahrungen und Eindrücken, die uns nähren. Die unseren Geist bunter und unser Herz voller machen.

 

Es mag etwas poetisch und psychologisch klingen, doch für mich hängt Persönlichkeitsentwicklung , Reisen und die Welt entdecken eng zusammen.

 

 

 

Ich glaube, wenn man herausgefunden hat, was zu einem gehört, dann möchte man alles dafür tun, diesem möglichst viel Raum in seinem Leben zu geben, weil es das ist, was erfüllt und dem Ganzen Sinn gibt.

 

Zu sein, wer man ist. Zu leben, was gut tut. Denn nur wenn es uns selbst gut geht, haben wir die Kraft, anderen zu helfen.

 

Für einige ist das der Punkt, an dem das bisheriges Leben so nicht mehr gelebt werden kann. Da einen das eigene Unglück krank machen würde, was aus dem Bewusstsein heraus entsteht, dass man bisher gegen die eigene Natur gelebt hat, gegen die innere Stimme angekämpft hat.

 

Sein Leben dahin gehend zu ändern, bringt so viel Energie und glückliche Ereignisse, ich kann euch nicht sagen wie überwältigt ich davon bin. Klar, es ist nicht leicht, kostet viel Kraft, Überwindung, Aufwand und ab und zu Hilfe von Außen, aber es lässt sich schaffen. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg.

 

 

Ich habe mich in diesem einen Jahr von vielem getrennt, da mir klar geworden ist, was wirklich zählt für mich im Leben, was mein Glück aus macht.

 

Und das ist nicht die Erwartungen anderer zu erfüllen, einem Bild zu entsprechen, Erfolgreich zu sein, Sicherheit zu haben, eine große Wohnung, viele teure Klamotten und ein dickes Auto.

 

Nein. Es ist Selbstliebe, Naturverbundenheit, Autonomie, Minimalismus und der eigenen inneren Stimme wieder vertrauen und folgen zu können. Grundsätzlich, dem Leben zu vertrauen. Denn nichts geschieht ohne einen Grund. Alles ist für irgendetwas gut, auch wenn es nicht direkt ersichtlich ist.

 

 

 

Ich bin sehr dankbar, dass ich das alles sehen und erleben darf und ich freue mich auf alles, was da noch vor mir liegt.

 

Mich treiben lassen mit dem was kommt und nicht kämpfen oder krampfhaft wo ankommen wollen. Vertrauen, genießen und gespannt sein, was das Leben für Überraschungen bereit hält.

 

Dem Ruf des Herzens mit dem Motorrad zu folgen ist ein so freudvoller Weg – er kann für mich nur ans Ziel führen.

 

 

 

Deswegen mein Wort an alle Fahranfänger:

 


Fahrt ! Lasst euch von der anfänglichen Angst nicht einschüchtern, sie vergeht.

 

Hört auf euch und nicht auf andere wenn diese sagen: 'Du bist zu langsam! Fahr schneller!'

 

Druck verursacht Stress und Stress verdirbt den Spaß.

 

Und die eigene Intuition wird euch schon sagen, wie schnell ihr fahren sollt.

 

 

 

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lernen, Fahren und eurem ersten Jahr!

 

 

 

 

 

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